Troubleshooting zur Weihnachtszeit

 

„Nächstes Jahr passiert uns das nicht nochmal!“ – ein Satz, der so alt ist wie unsere Weihnachtsfeste mit Hund. Egal wie sehr man aufpasst, in unserem Haus ist kaum ein Jahr vergangen, indem einer der Hunde nicht doch irgendwas gefressen, oder versucht hat zu fressen, was definitiv nicht in einen Hund gehört.

 

Auch dieses Jahr hat Timmi schon sein erstes Vorweihnachts-Bauchweh abgehakt: irgendwem scheint auf dem Gehweg eine Tüte Zimtsterne runtergefallen zu sein.

 

Damit Du ein bisschen für die Festtage gewappnet bist und vielleicht aus unseren „Weihnachts-Hunde-Katastrophen“ lernen kannst (Hunde tun das ja bekanntlich nicht), habe ich Dir ein paar Tipps für die Weihnachtszeit zusammengefasst:

 

Gegarte Knochen

Essensreste, die gegarte Knochen enthalten, sollten für Deinen Hund nicht nur an Weihnachten, sondern generell tabu sein! (Sag das vor dem Weihnachtsessen am besten auch Deiner Oma, Deinem Opa und insbesondere dem Onkel, der Hunde so sehr mag, aber keinen eigenen hat!)

 

Durch das Erhitzen wird der Knochen spröde und zersplittert mit scharfen und spitzen Kanten. So besteht die Gefahr, dass der Verdauungstrakt Deines Hundes verletzt oder sogar durchstoßen wird. Das ist nicht nur unglaublich schmerzhaft, sondern auch lebensgefährlich.

 

Sollte Dein Hund einen gegarten Knochen gefressen haben, setze Dich möglichst schnell mit einem Tierarzt in Verbindung. Dieser entscheidet dann über weitere Maßnahmen.

 

In Fällen von kleinen Knochen kann der Tierarzt entscheiden, dass es möglicherweise ausreicht, Deinem Hund eine ordentliche Portion Sauerkraut zu füttern. Diese wickelt die Knochen ein und hilft sie aus dem Körper Deines Hundes zu transportieren. Ein Glas "Notfall-Sauerkraut" auf der Einkaufsliste für Weihnachten, kann also nie schaden.

 

Kakao / Schokolade

Kakao enthält das für Hunde giftige Theobromin. Bereits 300mg pro kg Körpergewicht sind tödlich für Hunde, Symptome einer Vergiftung treten aber schon viel früher auf.

 

Erste Anzeichen der Vergiftung zeigen sich 2-4 Stunden nach der Aufnahme.

 

Zu den Symptomen gehören:

  • Unruhe
  • Erregung
  • Durst
  • Fieber
  • Schwäche
  • Krämpfe
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Hecheln
  • beschleunigter Herzschlag & Herzrhythumsstörungen
  • und letztendlich der Tod.

Die Menge des aufgenommenen Theobromins kannst Du mit Hilfe dieser Liste abschätzen:

Lebensmittel Theobromingehalt pro 1g
 Kakaobohne 11 - 53mg
Kakaobohnenschalen 5 - 9mg
Rohkakao 18 - 35mg
Kakaopulver 14 - 29mg
Schokoladenpulver (32% Kakao) 5mg
Milchschokolade (25-30% Kakao) 0,5 - 2,3mg
Kochschokolade (46% Kakao) 28mg
Zartbitterschokolade (55% Kakao) 5 - 8,5mg
Edel- / Halbbitterschokolade (70% Kakao) 5,5 - 12,7mg
Bitterschokolade (90% Kakao) 6,5 - 9mg
Weiße Schokolade 0,01mg

Hat Dein Hund Schokolade gefressen, kontaktiere so schnell wie möglich den Tierarzt / tierärztlichen Notdienst! Hier zählt mitunter jede Minuten die es dauert, das Zeug aus Deinem Hund wieder herauszubekommen.

 

Macadamianüsse & Bittermandeln

Macadamianüsse enthalten ein Gift, das bei Hunden zu Fieber, Erbrechen und Lähmungserscheinungen in den Hintergliedmaßen führen kann.

 

Bittermandeln enthalten die für Hunde giftige Blausäure. Leider kann man äußerlich die für Hunde genießbare süße Mandeln nicht von der giftigen Bittermandel unterscheiden. Möchtest Du also nicht jede Mandel vor dem Verfüttern kurz anknabbern,  verzichte sicherheitshalber lieber ganz auf die Fütterung von Mandeln.

 

Als Alternative sind Cashewnüsse, Hasel-, Para- und Pekannüsse uneingeschränkt geeignet. Auch Walnüsse darf Dein Hund bekommen, wenn diese reif und geschält sind.

 

Rosinen

Nicht nur Weintrauben, auch die kleinen verschrumpelten Schwestern der Trauben solltest Du unbedingt von Deinem Hund fernhalten.

Auch wenn vielen Hunden die süßen, kleinen Früchte schmecken, können nach der Aufnahme Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und -krämpfe sowie Zittern auftreten.

 

Bei der Aufnahme besonders hoher Mengen, kann es zum Nierenversagen und sogar dem Tod kommen.

 

Die Aufnahme von Rosinen ist daher ebenfalls ein guter Grund für einen Anruf beim Tierarzt.

 

Dekoration

„Wo ist denn jetzt der Jesus hin?!“

Vor allem junge Hunde und solche mit einem ausgeprägten Forscherdrang erkunden alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Da kann dann schon mal die Weihnachtskrippe ausgeräumt und gefressen werden.

 

Achte deshalb darauf, insbesondere kleine, verschluckbare Dekorationsgegenstände möglichst außer Reichweite Deines „Entdeckers“ aufzustellen.

 

Hat Dein Hund sich also einen der drei Weisen aus dem Morgenland oder einen anderen dekorativen Heiligen einverleibt, verständige bitte umgehend den Tierarzt.

 

Geschenkverpackungen & Geschenkband

Hilft Dein Hund Dir auch gern Deine Geschenke auszupacken?

Das darf er auch gern weiter, wenn: er kein Verpackungsmaterial frisst! Insbesondere Geschenkbänder können den Darm Deines Hundes ineinander stülpen und so für einen Darmverschluss sorgen. Darmverschlüsse sind dabei immer ein akuter Notfall!

 

Auch hier gilt also: verständige sofort einen Tierarzt.

 

Es ist passiert: Dein Hund hat etwas gefressen!

 

Der Worstcase ist eingetreten und Dein Hund hat etwas gefressen, was er nicht hätte fressen sollen?

 

Okay, blöd gelaufen - versuche am besten Ruhe zu bewahren und erledige jetzt (nicht nach dem Essen!) folgende Schritte:

 

1. Wie spät ist es?

Notiere Dir die Uhrzeit des „Unglücks“, bzw. wie lang dieses her ist!

 

2. Was und wie viel hat Dein Hund gefressen?

Versuche so genau wie möglich herauszufinden, was und wie viel davon Dein Hund gefressen hat.

 

„Süßigkeiten“ hilft nicht!

 

Hat Dein Hund Schokolade gefressen, notiere Dir möglichst den Kakaogehalt und die ungefähre Menge (ein Stück, eine halbe Tafel…). Hat er einen Stollen gemopst, versuche auch hier herauszufinden wie viel davon. Ebenfalls wichtig: hat Dein Hund bei seinem Raubzug die Verpackungen mitgefressen, oder das Zeug vorher wenigstens „ausgepackt“?

 

2. Informiere einen Tierarzt.

Hat Dein Haustierarzt nicht geöffnet, wende Dich an den tierärztlichen Notdienst.

 

Oft ist Google bei dieser Suche nicht so behilflich, daher rufe die Nummer Deines Hautierarztes an: häufig spricht dieser die Kontaktdaten des diensthabenden Tierarztes oder die Notdienstnummer auf seinen Anrufbeantworter.

 

Auch in der Tageszeitung sind häufig die Kontaktdaten des tierärztlichen Notdienstes aufgeführt. Hast Du eine Tierklinik in Deiner Nähe, hat diese häufig ebenfalls einen Notdienst.

 

Je nachdem wie der Tierarzt die Situation einschätzt, musst Du Dich jetzt sofort mit Deinem Hund auf den Weg in die Praxis machen, oder: Dich auf einen unruhigen Tag / Abend / Nacht einstellen.

 

Die Nachsorge

Die meisten Weihnachtssüßigkeiten sorgen häufig nur für ordentliches Bauchweh inkl. Durchfall.

 

Aber auch wenn Dein Hund tatsächlich beim Tierarzt oder in der Tierklinik behandelt werden musste, werden ihm einige Tage Schonkost gut tun.

 

Leidet Dein Hund aufgrund seines Süßigkeiten-Raubzugs an Bauchweh und Durchfall, hilft es häufig nur die Säuberungsaktion des Darms auszusitzen und abzuwarten.

 

Dein Hund sollte dabei jederzeit Wasser zur freien Verfügung aufnehmen können. Ist ihm der Appetit nicht komplett vergangen, darfst Du ihm auch etwas Möhrensuppe füttern. Diese kann die Schleimhaut von Magen und Darm zumindest ein bisschen schützen und das enthaltene Pektin dickt den Kot etwas ein.


Rezept Möhrensuppe

Für die Zubereitung der Möhrensuppe benötigst Du:

 

- 500 g Möhren

- 1 Liter Wasser

- einen knapp gestrichener Teelöffel Salz

 

Schäle zuerst die Möhren, schneide sie in dünne Scheiben oder würfle sie. Gib die Möhren in das Wasser und lasse sie für eine Stunde köcheln. Sollte das Wasser zu schnell verdunsten, dreh den Herd noch ein wenig niedriger und gieße ruhig noch etwas Wasser dazu.

 

Am Ende wird alles püriert und das Salz dazu gegeben. Dann etwas abkühlen lassen und schon ist Servierzeit.


Fenchel-Anis-Kümmel-Tee kann zusätzlich den Bauch beruhigen indem er Krämpfe und Blähungen sanft löst.

 

Eine Schonkost aus matschig gekochtem Reis, Hähnchenfleisch und Möhren hilft den meisten Hunden auch wieder komplett auf die Pfoten.