Warum sollte ich das Futter für meinen Hund ausrechnen lassen?

  • „Warum sollte ich das Futter für meinen Hund ausrechnen lassen?! Das mache ich doch für mich oder meine Kinder auch nicht?!“
  •  „Ich füttere meinen Hund nach Bauchgefühl und es geht ihm sehr gut! Da was zu rechnen ist doch total übertrieben…“
  •  „Der Hund meiner Großeltern / Eltern / Bekannten / Großcousine 12. Grades hat auch immer XY
      bekommen und ist so alt geworden! Ich verstehe nicht, wie man um Hundefutter so ein Theater machen    kann!“

Warst Du vielleicht schon mal "Zuschauer" bei einer Diskussion mit solchen Argumenten?
Bist Du vielleicht selbst schon mal in so eine geraten?
Haben Dich diese Argumente verunsichert?

 

Ich nenne Dir 4 sehr gute Gründe, warum es nicht nur sinnvoll, sondern auch absolut notwendig ist das Futter Deines Hundes mindestens einmal vernünftig berechnen oder überprüfen zu lassen, wenn Du barfst oder für ihn kochst:

1. Anders als wir Menschen können unsere Hunde nicht selbst entscheiden was sie essen möchten.

Gegessen wird das, was in den Napf kommt. Allein dieser Umstand zwingt uns Hundehalter geradezu dazu, Verantwortung zu übernehmen und nicht nur die tägliche Fütterung, sondern auch eine langfristige Ernährung zu sichern.

2. Wir haben kein naturgegebenes "Bauchgefühl" für die richtige Ernährung unserer Hunde!

Selbst das gute alte Bauchgefühl basiert nur auf bisher erlangtem Wissen und Erfahrungen.
Konnte man sich bisher keines oder nicht ausreichend Wissen aneignen, greift das Bauchgefühl allein auf die Erfahrung zurück. Das ist dann, wie Russisch-Roulette: kann klappen, vielleicht aber auch nicht. 

3. Es gibt einen ganzen Strauß an Studien die beweisen, dass ein Großteil der selbsterstellten und überprüften Rationen eben nicht ausgewogen und nicht bedarfsdeckend sind.

Das tückische: Du, als Hundehalter bemerkst das häufig nicht einmal. Das "dicke Ende" zeigt sich häufig erst Monate bis Jahre später. Das trifft zwar nicht auf alle Hunde zu, aber da wäre die Frage: möchtest Du das riskieren?

4. Ganz zum Schluss: der Nährstoffbedarf von Hunden wird sehr häufig komplett falsch eingeschätzt.

Hunde sind keine kleinen, pelzigen Menschen und können nicht ohne Weiteres einfach "bei uns mitessen". Hier einmal der direkte Vergleich "Mensch vs. Hund":

Nährstoff Bedarf erwachsener Mensch / Tag Bedarf Hund 20kg / Tag
Mineralstoffe
 Calcium 1.000 mg 1.230 mg
Phosphor 700 mg 946 mg
Magnesium 300 mg 186 mg
Natrium 1.500 mg 248 mg
Kalium 4.000 mg 1.324 mg
Spurenelemente
Kupfer 1 - 1,5 mg 2 mg
Zink 10 mg 19 mg
Eisen 10 mg 10 mg
Mangan 2 - 5 mg 1,5 mg
Jod 200 µg 280 µg
Vitamine
Vitamin A 3.333 IE 1.580 IE
Vitamin D 800 IE 170 IE
Vitamin E 15 mg 10 mg
Vitamin B1 1,2 mg 0,7 mg
Vitamin B2 1,4 mg 1,6 mg
Vitamin B6 1,5 mg 0,5 mg
Vitamin B12 4 µg

10,9 µg

Niacin 15 mg

5,4 mg

Pantothensäure 6 mg

4,6 mg

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Werte für einen erwachsenen Mann zwischen 25 bis unter 51 Jahre) & NRC 2006

Du siehst: es kann einfach nie eine falsche Idee sein zumindest einmal die Fütterung Deines Hundes überprüfen zu lassen. So bleibt Dein Hund lange gesund und Du gewinnst ein beruhigendes Gefühl!