Moor im Hundefutter?

 

Mittlerweile gibt es eine ganze Fülle an mehr oder weniger sinnvollen Nahrungszusätzen, die eine besondere, gesunde Wirkung auf den Hund haben sollen.

 

Moor, in Form von reinem Moor, Moortränke oder die pulverisierten Huminsäuren gehören in jedem Fall zu den nützlichen Ergänzungen und sollten in keiner "Hunde-Hausapotheke" fehlen.

 

Was Moor tatsächlich kann und was es so besonders macht, liest Du in diesem Artikel!

 

Was ist Moor?

Bei Moor handelt es sich nicht um „irgendeinen Matsch“, sondern um einen spezielle Boden aus Moorlandschaften.

Moore sind so besonders, da sie auf einer undurchlässigen Unterlage entstehen, von der Wasser kaum abfließen kann. Aus diesem Grund sind Moore auch immer nass. Der Moorboden enthält sehr wenig Luft und Sauerstoff, wodurch sich abgestorbene Pflanzenreste nicht vollständig zersetzen.

 

So werden wertvolle Substanzen aus Kräutern, Blüten und anderen Pflanzen praktisch über Jahrtausende im Moorboden „konserviert“.

 

Was kann Moorboden?

Moorböden enthalten neben unvollständig zersetzen Pflanzenresten auch einen hohen Anteil Huminsäuren.

 

Diese werden vom Körper Deines Hundes zwar kaum aufgenommen, können aber ihre beträchtliche Wirkung im Verdauungssystem entfalten, bevor sie über den Darm wieder ausgeschieden werden.

 

Huminsäuren gelten als

  • pilzabtötend,
  • gegen Bakterien wirksam,
  • entzündungshemmend und
  • verdauungsfördernd.

Außerdem sind sie in der Lage Viren unschädlich zu machen und Schadstoffe im Körper zu binden.

 

Klassische Anwendungsgebiete von Moor beim Hund

Durch seine vielfältigen Eigenschaften, kann Moor vor allem bei einer Vielzahl von Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden!

 

Futterumstellung

Häufig kommt es im Rahmen von zu schnellen Futterumstellungen zu sogenannten dyspeptischen Beschwerden.

Zu diesen Beschwerden können Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen zählen.

 

Die im Moor enthaltenen Huminsäuren können die dafür verantwortlichen Fäulnis- und Gärungsprozesse im Magen-Darm-System Deines Hundes stoppen und die Verdauung wieder regulieren.

Zusätzlich bindet Moor Giftstoffe, sodass Dein Hund sie schnell und einfach mit dem Kot ausscheiden kann.

 

Behandlung und Nachbehandlung infektiöser Magen-Darm-Erkrankungen

Durch die Wirksamkeit gegen Viren und Bakterien kann Moor bei den meisten Durchfällen schnell Abhilfe schaffen.

 

Dank der hohen Wasserbindungsfähigkeit wird der Kot Deines Hundes zusätzlich eingedickt, wodurch das Absetzen von festem Kot relativ schnell wieder möglich wird.

 

Zusätzlich bildet das Moor eine Art schützenden Film über der Darmschleimhaut, wodurch sich diese schnell wieder regenerieren kann und Schadstoffe sicher abgeblockt werden.

 

Die gereizten Nervenenden des Darms werden außerdem geschützt, wodurch Krämpfe gelindert und eine normale Darmbewegung wieder hergestellt werden kann.

 

Stabilisierung der Darmflora und der gesunden Darmfunktion

Huminsäuren sind in der Lage krankmachende Keime zu verdrängen und damit die Darmflora zu stabilisieren.

Auch in Zeiten von erhöhtem Stress, z.B. auf hundesportlichen Wettkämpfen, Hundeausstellungen oder auch der Eingewöhnungsphase in einem neuen Zuhause kann die häufig damit einhergehende erhöhte Darmtätigkeit durch Huminsäure reguliert werden.

 

So verbessert sich die Nährstoffgewinnung aus der Nahrung, da diese länger zur Verfügung stehen und nicht weiter auf schnellstem Wege wieder ausgeschieden werden.

 

Ist Moor für meinen Hund geeignet?

Prinzipiell ist die Zufütterung von Moor für jeden Hund mit unspezifischen Magen-Darm-Symptomen geeignet. Auch allergische Hunde vertragen Moor erfahrungsgemäß sehr gut.

 

Halten die Magen-Darm-Beschwerden Deines Hundes allerdings länger an, gehen zusätzlich mit einem reduzierten Allgemeinbefinden,  anderen Erkrankungssymptomen oder Fieber einher, stelle Deinen Hund bitte einem Tierarzt vor.

 

Muss Dein Hund regelmäßig Medikamente bekommen, sollte zu der Gabe von Moor ein zeitlicher Abstand von ~2 Stunden eingehalten werden.

 

So vermeidest Du, dass das Moor neben potentiellen Giftstoffen im Darm auch die nützlichen und wichtigen Wirkstoffe aus den Medikamenten bindet.

 

Auch Nährstoffe können auf Dauer bei der Gabe von Moor gebunden werden, daher sollte es nur bei Bedarf oder in Kuren, aber nicht dauerhaft gefüttert werden.

 

Leidet Dein Hund an Verstopfung, solltest Du ebenfalls auf die zusätzliche Gabe von Moor verzichten.