Magen-Darm-Infekte beim Hund vorbeugen und behandeln

Der Herbst ist meine liebste Jahreszeit.

 

Ich mag das kuschlige Gefühl, wenn es draußen regnet und stürmt und man drinnen mit einem warmen Tee sitzen und aus dem Fenster gucken kann. Die Herbststürme, bei denen man mal richtig durchgepustet wird, die Farben der Bäume, Blätter,... und ich kann als Sonnenallergiker tagsüber endlich mal wieder solang rausgehen, wie ich will.

 

Neben diesen ganzen schönen Dingen hat der Herbst aber auch jede Menge nicht so gutes im Gepäck. Fast jeder holt sich einen ordentlichen Schnupfen und auch bei Hunden machen sich Durchhänger des Immunsystems schnell bemerkbar.

 

Während wie Menschen mit Niesattacken und laufenden Nasen zu tun haben, erwischt unsere Hunde meist ein Magen-Darm-Infekt. Welpen, alte und chronisch-kranke Hunde sind aufgrund einer generell schwächeren Abwehrläge am ehesten gefährdet.

Damit Dein Hund möglichst von Infekten verschont bleibt, ist Vorbeugen natürlich immer besser als heilen.

 

Tägliche Spaziergänge (bei jedem Wetter!) an der frischen Luft trainieren das Immunsystem das ganze Jahr über. Eine gute, ausgewogene Ernährung liefert außerdem genügend "Kraftstoffe" für gute Abwehrkräfte. Als größtes Immunorgan ist der Darm mit seinen unzähligen Mikroorganismen außerdem auf spezielles Bakterienfutter angewiesen.

Dieses "Darmbakterienfutter" wird auch Präbiotikum genannt.

 

Präbiotika beeinflussen die Mikroflora im Darm mittels kurzkettigen Kohlenhydraten, die nicht enzymatisch verdaut werden können. Die Darmbakterien zersetzen (fermentieren) also diese Fasern und gewinnen so Energie aus ihnen.

 

Zu diesen kurzkettigen Kohlenhydraten gehören unter anderem:

  • Inulin (in Topinambur)
  • Pektin (in Äpfeln, Rübenschnitzeln, Möhren)
  • Fructooligosaccharide (FOS) (ein Mehrfachzucker aus Fruchtzucker)
  • Mannanoligosaccharide (MOS) (aus Hefezellwänden)
  • Galactose (ein Baustein des Milchzuckers)
  • Lactose (Milchzucker)

Wie Du an den Beispielen siehst, sind solche Fasern gar nicht so schwer in die tägliche Ernährung Deines Hundes zu integrieren. Werden sie regelmäßig gefüttert, trägt das dauerhaft und nachhaltig zu einer gesunden Darmflora und damit automatisch auch zu einem gesunden Immunsystem bei.

 

Aber Vorsicht, auch bei Präbiotika gilt: viel hilft nicht automatisch viel! Ein zu hoher Anteil dieser Fasern im Futter kann auch zu Durchfällen führen!



Wenn der Keks schon geknuspert ist...

Hat es Deinen Hund erwischt, reißen es jetzt auch keine Präbiotika mehr raus.

Mit Durchfällen und Erbrechen führt der Körper nun selbst eine rigorose und überaus effektive Reiningungsaktion durch.

 

Ist Dein Hund erwachsen, ansonsten gesund und hat kein Fieber, ist eine 24-48-stündige Nahrungskarenz sinnvoll.

Ist Dein Hund noch ein Welpe, alt oder chronisch krank, solltest Du vorsichtshalber einen Tierarzt aufsuchen. Vor allem der enorme Flüssigkeitsverlust kann bei sehr jungen oder alten Hunden schnell kritisch werden. Im "schlimmsten Fall" ist man einmal umsonst gefahren, wenn der Tierarzt nach der Untersuchung eine Entwarnung gibt.

 

Für alle Fälle gilt aber: hält der Durchfall oder das Erbrechen länger als 3 Tage an oder treten schon vorher weitere Krankheitssymptome auf, ist unbedingt ein Tierarzt aufzusuchen!

 

Zurück zum Fasten: "Der Feind muss raus!" - Futter würde diese Prozedur nur unnötig verlängern. Trotzdem sollte Dein Hund jederzeit Wasser zur freien Verfügung aufnehmen können. Leidet Dein Hund nur an Durchfall und muss nicht akut erbrechen, kann auch etwas Möhrensuppe nach Moro gefüttert werden:


Zu einer "Geheimwaffe" bei Durchfällen wird diese Suppe nämlich durch die enthaltenen Oligogalakturonsäuren, Pektin und Beta-Carotin.

Oligogalakturonsäuren verhindern, dass Krankheitserreger an den Darmwänden andocken können. Sie besetzen die von Bakterien und Viren angesteuerten Rezeptoren und geben ihnen keine Möglichkeit sich niederzulassen. Eine Infektion kann sich so nicht weiter ausbreiten.

 

Damit die Möhren die besondere Kohlenhydrate freisetzen und die Suppe ihre Wirkung erst richtig entfalten kann, ist die lange Kochzeit von 1-1,5 Stunden entscheidend!

Das in den Möhren enthaltene Pektin hilft indem es aufquillt, Flüssigkeit aufnimmt und so den weichen Kot eindickt.

Außerdem bildet es eine Art Gel, das sich schützend über die Oberfläche von Magen und Darm legt.

 

Ein zusätzlicher Bonus ist das in den Möhren enthaltene Beta-Carotin. Es stärkt das Immunsystem, bekämpft freie Radikale auf Zellebene und schützt so vor Schädigungen diverser Körpergewebe.

 

Rezept Möhrensuppe

Für die Zubereitung benötigst Du:

  • 500g Möhren
  • 1 Liter Wasser
  • einen knappen gestrichenen Teelöffel Salz

Schäle zuerst die Möhren, schneide sie in dünne Scheiben oder würfle sie.

Gib die Möhren in das Wasser und lasse sie für eine Stunde köcheln.

Sollte das Wasser zu schnell verdunsten, dreh den Herd noch ein wenig niedriger und gieße ruhig noch etwas Wasser dazu.

Am Ende wird alles püriert und das Salz dazu gegeben. Dann etwas abkühlen lassen und schon ist Servierzeit.

Für den Notfall lohnt es sich auch immer ein wenigMöhrensuppe als Vorrat einzufrieren.


Ein weiterer, wichtiger Faktor bei der Bekämpfung von Infekten, aber oft vergessen: bitte versuche sowohl Erbrochenes, als auch den Kot Deines Hundes draußen so gut wie möglich zu beseitigen! So wird die Ansteckungsgefahr für andere Hunde in der Umgebung wenigstens ein wenig verringert.

 

Ist das Gröbste überstanden, gilt es den ausgelaugten Körper wieder zu kräftigen.

 

Die optimale Schonkost sollte daher in erster Linie fettarm, leichtverdaulich, aber protein- und energiereich sein.

Gekochtes Hühnchen oder Pute und Hüttenkäse sind leichtverdauliche, hochwertige Eiweißquellen. Für die nötige Energie sorgen matschig gekochter Reis oder Kartoffeln.

 

Damit der Verdauungstrakt nicht überlastet wird, empfehlen sich mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt.

Warmer Kamillentee kann, direkt eingeflößt oder unter die Schonkost gerührt, den Magen zusätzlich beruhigen. Fenchel-Anis-Kümmel-Tee entspannt den Darm und unterstützt zusätzlich bei Blähungen und Bauchschmerzen.

 

Ist der Appetit zurück und der Kotabsatz wieder normal, kann wieder auf die gewohnte Fütterung umgestellt werden.


Dieser Beitrag ersetzt in keinem Fall den Tierarztbesuch! Hinter Symptomen wie Erbrechen und Durchfall können auch andere, schwerwiegende Erkrankungen stecken, im Zweifelsfall ist immer ein Tierarzt aufzusuchen!


Lies hier weiter: