4 + 2 Tipps für ein starkes Immunsystem

 

Wie in einer Folge "Game of Thrones" verkünde ich: der Winter naht!

 

Und mit dem Winter steht uns nicht nur ein deutlich ungemütlicheres Wetter bevor, sondern auch wieder ein bunter Strauß verschiedenster Infekte.

 

Auch wenn sich die ersten Hunde und ihre Besitzer schon mit "Magen-Darm", Schnupfen, Husten und Halsschmerzen rumschlagen mussten, möchte ich Dir jetzt noch ein paar "Last-Minute-Tipps" geben, um das Immunsystem Deines Hundes noch etwas aufzumöbeln.

 

Bevor wir uns aber mit den Tipps beschäftigen, kurz noch etwas zum Immunsystem allgemein...

 

Was ist das Immunsystem?

Das Immunsystem ist das körpereigene Abwehrsystem. Es wehrt Krankheitserreger ab und unterstützt den Körper beim Heilen von Verletzungen.

 

Das gesunde Immunsystem kann dabei zwischen körpereigenen und fremden Mikroorganismen unterscheiden - während es die Darmbakterien also in Frieden lässt, murkst es Erkältungsviren gnadenlos ab.

 

Um so effizient wie möglich zu sein, gibt es im Körper mehrere "Verteidigungslinien".

 

Die erste Verteidigungslinie sind beispielsweise die Haut, der Speichel und der Schleim auf Schleimhäuten - bereits hier wird schon ein Großteil potentiell gefährlicher Eindringlinge abgefangen.

 

Können Mikroorganismen diese Barriere noch überwinden, gilt es die nächste Linie zu durchbrechen.

Dazu gehören z.B. die Magensäure (die Keime werden durch den niedrigen pH-Wert abgetötet) aber auch Einrichtungen wie die kleinen Härchen in der Luftröhre (hier bleiben Mikroorganismen einfach hängen und werden nicht weitertransportiert) und ihr dazugehöriger Hustenreflex.

 

Viren und Keime die es auch geschafft haben diese Barriere zu überwinden, bekommen aber spätestens jetzt ein echtes Problem - nämlich die körpereigenen Abwehrkräfte auf Zellebene.

 

T-Zellen erspähen Eindringline
T-Zellen erspähen Eindringline

T-Zellen (auch T-Lymphozyten, die "Wächterzellen") erspähen Eindringlinge, krallen sich an ihnen fest und flitzen mit ihnen zu den B-Zellen (B-Lymphozyten, die "Antikörperfabriken").

 

Die B-Zellen stellen daraufhin passende Antikörper her, welche die eingedrungen Mikroorganismen zusammenkleben, damit sie handlungsunfähig werden.

 

Nun heißt es "Guten Appetit" für die Makrophagen (die Fresszellen) - die fressen den klebrigen Eindringlingsklumpen auf und der Keks ist geknuspert (im wahrsten Sinne des Wortes).

 

Gefahr erkannt - Gefahr gebannt.

 

Der Verdauungstrakt ist dabei im Übrigen das größte Einfallstor für Erreger und andere schädliche Einflüsse aus der Umwelt.

Daher sitzt im Darm auch ein Großteil des Immunsystems in Form von speziellem Schleim aber auch Bakterien (dem sogenannte Mikrobiom).

Entlang des Magen-Darm-Trakts finden sich außerdem unzählige kleine Lymphknoten, von denen aus immer wieder Immunzellen auf Patrouille in die Darmwand geschickt werden.

 

Was lässt das Immunsystem schwächeln?

Durch die vielen Verteidigungslinien des Immunsystems haben es Eindringlinge nicht einfach.

Anders sieht es aus, wenn z.B. eine oder mehrere Einrichtungen des Immunsystems nicht mehr voll funktionsfähig sind.

Das kann z.B. der Fall bei einer Verletzung sein, bei einer bereits bestehenden Erkrankung (akut oder chronisch) oder auch durch ungünstige Haltungsbedingungen.

 

Insbesondere Stress macht dem Immunsystem sehr zu schaffen.

Dieser Stress kann für einen Hund je nach Typ relativ schnell entstehen, z.B. durch einen Umzug, einen Besitzerwechsel, einen Aufenthalt in einer Hundepension / dem Tierheim, oder sogar einen Urlaub.


Ein unpassende Schlafmöglichkeit, ungenügend Raum für einen ungestörten Rückzug oder ein anderer nerviger Hundemitbewohner und andere laute Haustiere (z.B. dauerpiepende Vögel) können vor allem über einen längeren Zeitraum geradezu zermürbend sein.

Auch ältere Hunde leiden häufig unter einem schwächelndem Immunsystem, da ihre Abwehrzellen nicht mehr so munter wie die von jüngeren Hunden sind.

Welpen und Junghunde sind insofern infektanfälliger, da nur ein Teil ihrer Immunabwehr angeboren, der andere Teil aber erst erworben werden muss. Hier muss ein Erregerkontakt stattfindet um die Produktion von Antikörpern anzukurbeln und so auch für einen langanhaltenden Schutz zu sorgen. Insbesondere um den Zeitraum der Grundimmunisierung herum, als auch im Zahnwechsel sind die kleinen Hüpfer besonders gefährdet.

Erholt sich Dein Hund von einer Erkrankung oder Operation, kann das Immunsystem noch mit der Reparatur und Wiederherstellung von kaputtem Körpergewebe beschäftigt sein. Auch in so einer Phase befindet sich nicht die gesamte Truppe des Abwehrsystems einwandfrei in Kampfbereitschaft.

Wird ein Hund nährstoffarm ernährt, bekommt er ebenfalls ein Problem mit seinem Immunsystem. Durch fehlende Energie aus den "Zellkraftwerken" (Mitochondrien) kommen irgendwann auch die Funktionen des Immunsystems zum erliegen. Die Zellkraftwerke inkl. aller ihrer Helfer (wie z.B. Enzyme) benötigen für eine einwandfreie Funktion dringend Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine aus der Nahrung. Damit außerdem auch die "Abfälle der Energiegewinnung" (Oxidantien) im Körper unschädlich gemacht werden, benötigt Dein Hund Antioxidantien.

Insbesondere an diesem Punkt sollte demnach sehr deutlich nochmal klar werden, warum eine nährstoffreiche Ernährung enorm wichtig für ein gesundes Hundeleben ist! Und das auch nicht nur auf Zellebene...

Die tägliche Ernährung bestimmt außerdem, wie sich das Mikrobiom eines Hundes zusammensetzt und damit auch die Abwehrlage des Hundes. Enthält ein Futter bspw. nicht ausreichend Fasern, sind die Proteine von schlechter Qualität und Nährstoffe zu gering dosiert (insbesondere Zink und Vitamin A als "Schleimhautschützer Nr. 1), wird es nur eine Frage der Zeit sein bis sich das Immunsystem verabschiedet und der betreffende Hund krank wird.

 

Das Immunsystem Deines Hundes unterstützen

Um Deinen Hund möglichst wirkungsvoll vor Erkrankungen zu schützen, gibt es einige einfache Maßnahmen, die Du ergreifen kannst!

 

Ernährung

Die tägliche Ernährung bildet die Basis für ein gut funktionierendes Immunsystem.


Demnach sollte Deinem Hund sein Futter nicht nur schmecken (wobei das natürlich auch ein enorm wichtiger Punkt ist), es sollte ihn möglichst auch mit allen notwendigen Nährstoffen versorgen.


Fütterst du ein Alleinfuttermittel, musst Du Dir in der Regel um die Nährstoffversorgung schon mal keine Sorgen machen. Die Zugabe von etwas frischem Gemüse und Obst (beides entweder püriert oder gekocht), sorgt für einen kleinen zusätzlichen "Nährstoff-Boost" und versorgt Deinen Hund darüber hinaus mit sehr gesunden sekundären Pflanzenstoffen. Die "Superfoods" unter den Gemüsen und Obstsorten findest Du dabei schon im Supermarkt bei Dir um die Ecke.

BARFst Du Deinen Hund oder kochst für ihn, solltest Du die Versorgung mit Nährstoffen mindestens einmal vernünftig durchrechnen und mit dem Bedarf Deines Hundes abgleichen. Alternativ dazu kannst Du auch eine Rationsüberprüfung durchführen lassen um eventuelle Nährstofflücken aufzuspüren und anschließend aufzufüllen.

Futterzusätze

Auch wenn Dein Hund tip-top ernährt wird, kann es trotzdem vorkommen, dass das Immunsystem schnell schlapp macht.

 

Oft spielen hier Stress, Wettereinflüsse aber auch vorangegangen Erkrankungen die noch nicht komplett auskuriert sind eine große Rolle.
In solch einem Fall kannst Du Deinem Hund kurweise z.B. folgende Nahrungsergänzungen zufüttern:

Hagebuttenschalen

 

Auch wenn Hunde in der Lage sind benötigtes Vitamin C in ihrem Körper selbst herzustellen, kann manchmal eine Extraportion nötig sein.

Vitamin C wirkt im Körper vor allem als Antioxidant und macht damit z.B. die "Energieabfälle" der Mitochondrien unschädlich.

Hagebuttenschalen sollten am besten gemahlen unter das Futter gegeben werden.

Der Anwendungszeitraum als Kur beträgt 4 - 6 Wochen, die Dosierung beträgt 1g / 5kg Körpergewicht.
Bitte halte Dich möglichst an die Dosierempfehlung da es bei zu hohen Dosen von Vitamin C auch mal zu Durchfällen kommen kann.
Verzichte auch auf die Gabe von Hagebuttenschalen, wenn Dein Hund an Kalziumoxalatsteinen leidet oder eine entsprechende prophylaktische Diät bekommt. Da Vitamin C die Ausscheidung von Oxalsäure anregt, kann es dabei zur einer Verschlimmerung des Steinleidens kommen.

Honig

 

Insbesondere der neuseeländische Manuka-Honig besitzt eine Menge gesundheitsfördernder "Superkräfte" und kann dann eingesetzt werden, wenn Dein Hund schon beginnt leicht zu kränkeln.


Der Honig verringert die Keimzahl auf Geweben auf die er aufgebracht wird (antiseptische Wirkung) und wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und antiviral.

 

Verantwortlich dafür sind vor allem das enthaltene Methylglyoxal (MGO) und Inhibine.

 

Möchtest Du Manuka-Honig bei Deinem Hund einsetzen, achte bitte auf einen ausreichend hohen Gehalt an MGO, damit die erwünschte Wirkung erreicht werden kann.

Der Gehalt sollte mindestens bei 60 - 800mg MGO pro kg liegen (zum Vergleich: der Gehalt an MGO bei normalem Honig liegt nur bei etwa 1 - 20 mg pro kg).

 

Die Dosierung beträgt 1 - 2 Teelöffel pro Tag pur oder unter das Futter gemischt.

 

Kolostrum

 

Bei Kolostrum (Biestmilch) handelt es sich um die erste Milch, die Säugetiere von ihrer Mutter nach der Geburt erhalten. Diese unterscheidet sich insofern von der darauffolgenden "normalen Milch", als das sie ein wahnsinns Cocktail aus verschiedenen Substanzen ist, die das Immunsystem so richtig auf zack bringen.

 

Dazu gehören z.B.:

  • Antikörper (Immunglobuline) - diese sind sofort einsatzbereit gegen Krankheitserreger
  • Wachstumsfaktoren (Proteine die das Zellwachstum anregen)
  • essentielle Fettsäuren, Lysozym, Leukozyten,... - Inhaltsstoffe die zusätzlich entzündungshemmende, antibakterielle und antivirale Eigenschaften besitzen und dadurch Krankheitserreger unschädlich machen können

Auch bei erwachsenen Hunden kann diese Milch eingesetzt werden. Hier fördert sie vor allem eine gesunde Darmflora und stärkt damit die Darmbarriere. Das gesamte Immunsystem wird so gestärkt und dadurch widerstandsfähiger gegenüber Erkrankungen.

 

Was Du sonst noch tun kannst...

Ganz oft haben auch die kleinen, unscheinbaren Dinge schon große Auswirkungen:

  • Kann Dein Hund seinem Ruhebedürfnis von 18 - 20 Stunden am Tag nachkommen?
  • Steht ihm dafür ein geeigneter Platz zur Verfügung, der er auch mag?
  • Hat er die Möglichkeit sich zurückzuziehen wenn er seine Ruhe haben möchte?
  • Bewegt ihr euch regelmäßig (und bei jedem Wetter) an der frischen Luft?

Insbesondere im Zusammenhang mit Spaziergängen bei ungemütlicherem Wetter kommt auch immer wieder die Frage auf: soll mein Hund eine Jacke tragen?


Tatsächlich kann die Thermoregulation bei kälteren Temperaturen und einem dünnem Haarkleid echten Stress für Deinen Hund bedeuten. Und natülich kann er sich dabei auch verkühlen und erkälten.


Durch die Dauerhaltung in unseren beheizten Wohnräumen bilden viele Hund gar keine oder nur ungenügend Unterwolle aus - manche Rassen besitzen von Haus aus keine Unterwolle. Das muss sich dann ungefähr so anfühlen, als würde man nur mit einem dünnen Shirt bekleidet spazierengehen. Wie unangenehm!

Und genau aus diesem Grund gilt bei uns auch: wer friert, bekommt eine Jacke an. Punkt.

 

Neben den typischen pinken Glitzerstein-Kollektionen gibt es mittlerweile (zum Glück) auch eine sehr große Auswahl funktioneller Hundemäntel und Jacken, mit denen Du Deinen Hund sinnvoll und sicher von Regen, Kälte und Wind schützen kannst.