Futterumstellung - so gelingt sie bei Deinem Welpen

Der Umzugstag eines Welpen ist für alle ein großes Ereignis.

 

Die Menschen freuen sich, sind aufgeregt und es können es meist schon Wochen vorher kaum erwarten, ihr neues Familienmitgleid bald in Empfang zu nehmen.

 

Für den Welpen ist dieser Tag da eher mit gemischten Gefühlen verbunden. Vom einen Moment auf den anderen verliert er seine Mama, seine Geschwister und verlässt seine gewohnte Umgebung.

 

Eine abrupte Futterumstellung kann dem kleinen Hund da schnell den Rest geben.

 

Was steht auf so einem Welpenspeiseplan?

Welpen ernähren sich die ersten zwei Lebenswochen ausschließlich von der Milch ihrer Mutter. Diese ist,  im Vergleich zu Kuhmilch, wesentlich energie-, fett- und auch eiweißreicher.

 

Schon ab der 3.-4. Lebenswoche gewöhnt ein Züchter die Welpen langsam auch an andere Nahrung. Erst noch in flüssiger, dann auch in Breiform. Ab der 5.-6. Lebenswoche wird auch Trockenfutter oder anderes festeres Futter von den Welpen probiert und gefressen.

 

Holst Du Deinen Welpen also mit 8-10 Wochen vom Züchter ab, kann der kleine Kerl grad mal seit 2 bis 5 Wochen überhaupt feste Nahrung zu sich nehmen!

Wie stelle ich den Welpen auf das neue Futter um?

Damit das neue Familienmitglied neben den vielen neuen Eindrücken nicht auch noch ein neues Futter zu verdauen hat (im wahrsten Sinne des Wortes), geben die meisten Züchter etwas vom bisherigen Züchterfutter mit.

 

Dieses darfst Du gut und gerne zwei weitere Wochen "im neuen Zuhause" füttern, bevor Du mit der Futterumstellung beginnst.

 

Frage am besten auch beim Züchter nach, wie viele Mahlzeiten der Welpe bisher gewohnt ist. In der Regel werden Welpen im Alter von 8-10 Wochen noch 3-4 mal pro Tag gefüttert.

 

Wichtig: vielleicht entspricht das Züchterfutter nicht Deinen Kriterien eines "guten Futters". Wenn der Welpe es aber verträgt, tu ihm den Gefallen und füttere es ihm noch ein Weilchen für die Übergangszeit.

Umstellung vom bisherigen Fertigfutter auf ein neues Fertigfutter

Hast Du vom Züchter Trocken- oder Nassfutter mitbekommen und möchtest anschließend ein anderes Trocken- oder Nassfutter füttern, gestaltet sich die Futterumstellung Deines Welpen in der regel recht einfach.

 

Eine gute Empfehlung ist dieses 5-Tage-Schema (die Prozente beziehen sich jeweils auf die Tagesfuttermengen):

  • Tag 1: 80% Züchterfutter - 20% neues Futter
  • Tag 2: 60% Züchterfutter - 40% neues Futter
  • Tag 3: 40% Züchterfutter - 60% neues Futter
  • Tag 4: 20% Züchterfutter - 80% neues Futter
  • Tag 5: 100% neues Futter

Mit 5 Tagen gibt man dem Verdauungssystem genug Zeit um sich an die neue Futterzusammensetzung zu gewöhnen. Ist diese Zeitspanne aber für Deinen Welpen zu gering, gehe ruhig in kleineren Schritten vor und verlängere die Umstellungsphase einfach.

Trocken- und Nassfutter mischen? Darf man das?

Es ist generell und auch während der Futterumstellung kein Problem Trocken- und Nassfutter zu mischen. Trotzdem kursieren noch eine Menge Halbwahrheiten in Bezug auf die unterschiedlichen Verdauungszeiten durch das Internet und über Hundeplätze.

 

Fakt ist: Proteine, Kohlenhydrate und Fette haben allesamt unterschiedliche Verdauungszeiten.

 

Trotzdem kommen sie in Hundefuttern gemeinsam vor und können problemlos verdaut werden.

 

Das ist bei Fertigfutter, gekochtem Futter, aber auch beim BARFen der Fall. In jeder dieser Fütterungsformen sind unterschiedliche Anteile dieser Makronährstoffe (also Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette) enthalten, die grundsätzliche durch verschiedene Vorgänge verdaut werden.

 

Darüber hinaus haben auch die Anzahl der Fütterung, die Konsistenz des Futters, der Gehalt an Ballaststoffen und die tägliche Bewegung des Hundes einen entscheidenden Einfluss auf die Geschwindigkeit der Darmpassage.

Demnach ist es grundsätzlich kein Problem seinen Hund auch "gemischt" zu füttern.

 

Umstellung von Fertigfutter zu frischem Futter (BARF / Gekochtes Futter)

Bei der Futterumstellung Deines Welpen von Fertigfutter auf Gekochtes, kannst Du ebenfalls nach dem oben vorgeschlagenen Schema vorgehen.

 

Auch hier gibt es in der Regel keine Probleme Fertigfutter (Nass- sowie Trockenfutter) mit gekochtem Futter zu mischen. Beobachte Deinen Welpen auch hierbei wieder gut. Bist Du Dir unsicher ob ihm die 5 Tage genügen, verlängere die Umstellungsphase auch hier einfach.

 

Möchtest Du Deinen Welpen von Fertigfutter auf BARF umstellen, gewöhne ihn am besten zuerst ab frisches, aber noch gekochtes Futter.

 

Verträgt er dieses gut, lass die Zutaten nach und nach immer etwas roher werden. Verkürze dazu von Tag zu Tag die Kochzeit, bis Du das Fleisch nur noch kurz mit heißem Wasser überbrühst, bevor Du es letztendlich roh fütterst.

 

Das ist zwar etwas langwieriger, aber eine der schonendsten Umstellungsmethoden.

 


Wusstest Du...

 

Der Nährstoffbedarf von Welpen unterscheidet sich stark von dem erwachsener Hunde.

Aus diesem Grund ist es dringend nötig, dass auch selbstgemachtes Futter wie BARF oder gekochtes Futter auf Dauer genügend Nährstoffe enthält und entsprechend ergänzt wird.

 

Mit dem Futterplanpaket für Welpen bist Du während aller Wachstumsphasen auf der sicheren Seite und Dein Welpe kann gesund groß und stark werden!


"24 Stunden fasten und dann ein neues Futter" - ist das eine gute Idee?

Auch wenn immer wieder in Foren, Gruppen in sozialen Netzwerken oder auf Futterblogs dazu geraten wird: bitte stelle Deinen Welpen nicht von heute auf morgen auf sein neues Futter um!

 

Der Verdauungstrakt eines Hundes ist wie ein feinabgestimmtes Orchester in Bezug auf seine tägliche Nahrung. All seine Verdauungssäfte und -enyzme werden in perfekter Zusammensetzung für das bisherige Futter abgegeben und gemischt mit dem Ziel, es bestmöglich zu verdauen. Dasselbe gilt für die aktuell heimische Bakterienbesetzung im Dickdarm Deines Hundes.

 

Eine plötzliche Futterumstellung bringt die Verdauung meist durcheinander und kann Durchfälle, Blähungen und schmerzhafte Krämpfe verursachen.

 

Insbesondere der oft als "Entgiftung" getarnte Durchfall ist bei vielen jungen aber auch erwachsenen Hunden nichts anderes als eine starke Reaktion auf einen viel zu schnellen Futterwechsel!

 

Dabei solltest Du immer auch im Hinterkopf behalten, dass vor allem Welpen unheimlich empfindlich sind was den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust bei Durchfällen angeht!

 

Was soll ich tun: mein Welpe verträgt sein aktuelles Futter nicht

Hat Dein Welpe bereits beim Einzug Probleme mit seinem Futter, bringt es natürlich nichts ihn langsam anhand des 5-Tage-Schemas umzustellen.

 

Etwas Schonkost kann als Ersthelfer wieder etwas Ruhe in den Bauch bringen. Anschließend kann der Welpe dann an ein geeignteres Futter gewöhnt werden.


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