Futterumstellung nach einer Kastration - Muss das sein?

 

Ich würde behaupten die Kastration ist einer der häufigsten operativen Eingriffe, die an Hunden vorgenommen werden.

 

Bei einer Kastration werden beim Rüden die Hoden und bei der Hündin die Eierstöcke entfernt - beide Eingriffe verhindern die erfolgreiche Fortpflanzung. Neben der Unfruchtbarkeit bringt die Kastration aber noch einige weitere Nebeneffekte mit sich.

 

Die Sexualhormone können z.B. auch einen Einfluss auf das Wachstum bestimmter Tumoren haben, Rüden mit Prostatavergrößerungen profitieren ebenfalls von einer Kastration.

 

Verhaltensänderungen sind oft erwünscht, können aber insbesondere bei Hündinnen manchmal zu einem schwierigeren Umgang als vorher führen. Bei manchen, vor allem langhaarigen Hunden mit Seidenfell, verändert sich das Fellkleid und auch der gesamte Stoffwechsel des Tieres verändert sich.

 

Durch den Wegfall des Hormons Testosteron kann bei Rüden die Erkundungslust abnehmen und das generelle Interesse an anderen Hunden kann sinken.

Durch die daraus folgende abnehmende Bewegung, werden weniger Kalorien als vor der Kastration verbrannt und die Gefahr von Übergewicht steigt.

 

 

Noch „gefährlicher“ in Bezug auf die Entwicklung von Übergewicht nach einer Kastration kann es aber für Hündinnen werden.

 

Östrogen wirkt nämlich wie eine „Fressbremse“ und werden die Eierstöcke als „Produktionsstätte“ dieses Hormons aus dem Körper entfernt, kann ein stärkeres Hungergefühl die Folge sein.

 

ABER:

 

Nicht jeder Hund muss von diesen Veränderungen betroffen sein!

Eine prophylaktische Futterumstellung vor oder direkt nach der Kastration ist daher nicht unbedingt sinnvoll.

 

Steht bei Deinem Hund ein Kastrationstermin an oder wurde er frisch kastriert, füttere ihn erstmal so weiter wie bisher. Um eine gute Kontrolle über sein Gewicht zu behalten, wiege ihn aber wöchentlich und behalte auch seinen Körperbau im Auge.

 

Solltest Du feststellen, dass das Gewicht steigt, wäre eine Umstellung auf ein energiereduziertes Futter am sinnvollsten.

 

Warum nicht "FDH" (Friss-Die-Hälfte)?

Weil dadurch nicht nur die Kalorien aus dem Futter reduziert werden würden, sondern auch die wichtigen Nährstoffe!

 

Meiner Meinung nach sollten außerdem auch Hunde mit einem geringeren Kalorienbedarf normal große Portion essen dürfen. Diese sollte dann eben nur kalorienärmer gestaltet werden.

Ist der Hunger besonders groß, können natürliche Nahrungsfasern wie Zellulose für eine bessere Sättigung sorgen.