Ernährung bei alternden Hunden & Hundesenioren

Aufgrund einer optimierten Fütterung und verbesserten Behandlungsmöglichkeiten

von Herz-, Nieren- und Tumorerkrankungen nimmt die Lebenserwartung unserer Hunde stetig zu.

Mit dem Übergang in die letzte Lebensphase verändert sich dabei aber nicht nur das

Aktivitätsniveau von Deinem Hund:
Eine nachlassende Abwehrkraft, die Veränderung des Stoffwechsels und die nachlassende

Leistung der Organe erfordern auch von Dir, als Hundebesitzer eine gewisse Anpassungsfähigkeit

an die "neuen" Bedürfnisse Deines Hundes.

 

Vorausgesetzt Du möchtest noch ein paar Jahre mit ihm verbringen...


Ab wann ist mein hund "alt" ?

Eine genaue Festlegung, wann das Altern bei Hunden beginnt, ist schwer. Durch die Vielfalt

der Rassen, aber auch Haltungsbedingungen, Pflege, Ernährung und die häufige gewichtsabhängige Lebenserwartung, variiert auch der Eintritt in das Senioren-Dasein beim Hund erheblich.

Selbst innerhalb eines Größentyps sind nicht alle Hunde biologisch gleich alt, auch wenn sie an Jahren gleich alt sind.

Bestimmte Grunderkrankungen, wie z.B. Epilepsie oder hormonelle Störungen können den Alterungsprozess zusätzlich beschleunigen.

Als Faustregel kannst du dir trotzdem folgendes merken:

 

Während große Hunde (ab 30kg Körpergewicht aufwärts)
schon mit 5-7 Jahren als Jungsenioren gelten,

beginnt der Alterungsprozess bei mittelgroßen Hunden ( 10-30kg)

häufig erst mit dem 8. Lebensjahr,

bei kleinen Hunderassen (bis 10kg) sogar erst mit dem 9. bis 10. Lebensjahr.

Vorbeugen ist besser, als heilen...

Auch, wenn Dein Hund noch keine Alters-Wehwehchen zeigt, macht es Sinn

seine Ernährung rechtzeitig an die letzte Lebensphase anzupassen.

Im Vordergrund bei der Ernährung von älteren Hunden steht vor allem der Erhalt

der Lebensqualität. Der Körper sollte dabei gestärkt werden, während man die

Stoffwechselorgane entlastet.

Leidet Dein Hund bereits an einer oder mehreren Erkrankungen sollten diese ebenfalls

in der täglichen Ernährung berücksichtigt werden.

 

der perfekte seniorenteller

idealgewicht halten

Fast schleichend werden die Ruhe- und Schlafphasen eines alternden Hundes länger,

während die Aktivitätszeiten sich eher verkürzen. Durch die Veränderung des Stoffwechsels,

aber auch durch die beschriebenen, längeren Ruhephasen steigt häufig der Fettanteil des Körpers,

während die Muskelmasse langsam abnimmt.

Das ist insofern eine gefährliche Mischung, als dass ein dadurch entstehendes Übergewicht

für Deinen Hundesenioren eine große Gefahr werden kann.

Natürlich ist ein gewisser Anteil an Fettgewebe im Körper wichtig. Immerhin isoliert Fett

den Körper vor Kälte und funktioniert, wie ein Airbag für die inneren Organe.

 

Zu viel des Guten begünstigt hingegen:

  • Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Erlrankungen der Bauchspeicheldrüse
  • Hauterkrankungen
  • Tumorerkrankungen
  • Erkrankungen der Schilddrüse und
  • Inkontinenz

Das hohe Gewicht führt außerdem zu einer starken Belastung des Bewegungsapparates,

was wiederum starke Schmerzen zur Folge haben kann.

Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Gelenke z.B. schon von Arthrose betroffen sind.

 

Übergewichtige und adipöse Hunde leiden außerdem an Kurzatmigkeit, vertragen Hitze weniger

gut und ihre Lebenserwartung verkürzt sich um 20 % !

 

Nochmal, weil eigentlich schon beim lesen mein Herz bricht:

Übergewichtige tiere haben eine 20% geringere lebenserwartung, als normalgewichtige tiere !


Wenn Dein Hund also theoretisch 15 Jahre

alt werden könnte, verliert er "nur" durch

Übergewicht 3 wunderschöne Jahre mit Dir !

 

Das sind etwa:

  • 3.300 Spaziergänge
  • 1.095 mal "Gute Nacht - Hab dich lieb!" sagen
  • 3 Sommerurlaube

... das solltest Du Dir auf keinen Fall entgehen lassen, oder?!

Übergewicht ist demnach für einen Hundesenioren schlecht ! Ganz schlecht !

Alles klar ? 😉

Du solltest also beachten, dass Deine Hundeoma oder Dein Hundeopa tatsächlich

nur so viel Energie mit dem Futter bekommt, wie er auch tatsächlich verbraucht. 

 

appetitliches Futter

Ein weiteres Merkmal des Alterns ist die

langsame, aber stetige Abnahme des

Hör-, Seh-, Geruchs- und Geschmackssinns.

Insbesondere der schleichende Verlust des

Seh- und Hörsinns führt manchmal zu komischen

Situationen.

 

So entgeht Deinem Hund vielleicht doch mal ein Kaninchen oder ein Vogel, dem er sonst vielleicht hinterher gesprintet wäre. Oder Du musst ihn immer etwas lauter rufen, wenn er zu Dir kommen soll.

 

Ein typisches Problem, was mir bei alten Hunden, insbesondere in der Ernährungsberatung immer wieder in die Quere kommt, ist der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns.

Sicher kennst Du das auch: bist Du krank und kannst kaum riechen, schmeckt die

leckere Hühnersuppe auch nur halb so gut.

Aus diesem Grund solltest Du dafür sorgen, dass das Futter für Deinen Hundesenioren

immer besonders lecker ist und seinen Appetit weckt.

 

Einige Tricks und Kniffe, wie Du das Futter für Deinen wählerischen Hund aufpeppen kannst,

findest Du in meinem Artikel  "Hilfe, mein Hund will nicht fressen!"


ausreichend ballaststoffe

Durch die häufig altersbedingte, herabgesetzte Eigenbewegung des Darms,

haben alte Hunde häufig mit Problemen, wie Verstopfung zu kämpfen.

Hunde, die an einer Verstopfung leiden, benötigen oft sehr lang, um ihr großes

Geschäft zu verrichten. Dabei zu beobachten ist oft starkes pressen bei minimalem "Erfolg".

Im Gegensatz zu anderen Hunden wird außerdem nur relativ selten Kot abgesetzt.

 

Ein ausreichender Gehalt an Nahrungsfasern (=Ballaststoffen) in der Nahrung regt hingegen

die Darmbewegung an und kann so Verstopfungen vorbeugen.

Zusätzlich sollte auch Dein alter Hund noch regelmäßig bewegt werden - auch so wird die

Verdauung schön in Schwung gehalten.

eiweiß

Die geeignete Menge an Eiweißen für einen älteren Hund wird häufig heiß diskutiert. Während die einen auf eine radikale Reduzierung bestehen, befürworten andere einen noch recht großzügigen Überschuss an Proteinen im Futter.

 

Tatsächlich liegt die "Wahrheit" irgendwo dazwischen und sollte insbesondere auch von dem jeweiligen Gesundheitszustand Deines Hundes abhängig gemacht werden.

 

Selbstverständlich benötigt aber auch ein älterer Hund in seinem Futter Eiweiß. Dieses ist immerhin von enormer Wichtigkeit für die Bildung von Struktur- (z.B. Muskel, Haut und Haare) und Funktionsproteinen (z.B. Antikörper für die Immunabwehr, Hormone und Enzyme).

Der Nachteil von deutlich zu viel Eiweiß im Futter ist allerdings ein erhöhter Anfall von "Eiweiß-Abfallstoffen", die wiederum von Leber und Nieren verstoffwechselt und ausgeschieden werden müssen.

Eine zu geringe Zufuhr von Eiweiß führt im Umkehrschluss dazu, dass, in erster Linie die für Hundesenioren so wichtige, Muskulatur abgebaut wird.

Neben der Menge ist außerdem die Qualität der eingesetzten Eiweiße entscheidend.

 

Bindegwebige Fleischabschnitte sind in der Regel schlechter verdaulich und es entstehen mehr

"Eiweiß-Abfallstoffe". Neben einer höheren Belastung von Leber und Nieren können diese zusätzlich für Ärger im Dickdarm sorgen, indem sie die dort ansässige Darmflora ordentlich durcheinanderbringen.

 

Merke also: füttere Deinem Hundesenior einen moderaten Eiweißgehalt und achte dabei auch auf die Qualität der Eiweiße !

phosphor

Durch das fortgeschrittene Alter sind Hundesenioren u. a. sehr anfällig für Nierenerkrankungen. Um die Nierenfunktion Deines Hundes so lang, wie möglich erhalten zu können, solltest Du demnach den Phosphorgehalt im Futter reduzieren, bzw. dem tatsächlichen Bedarf Deines Hundes anpassen.

 

Oft liest man in diesem Zusammenhang, dass phosphorreiche Lebensmittel, wie z.B. Reis, Haferflocken und Milchprodukte nicht mehr gefüttert werden sollten - ungeachtet der gefütterten Mengen und den restlichen Bestandteilen des Futters.

 

Bevor man sich hier aber zu sehr an den Nährwerten einzelner Lebensmittel festbeißt: es ist vor allem wichtig, den Phosphorgehalt der gesamten (!) Ration zu bewerten und nicht nur den, einzelner Lebensmittel !

 

Natrium

Insbesondere, wenn Dein Hund bereits an Vorerkrankungen, wie einer chronischen Nieren- oder Herzerkrankung und evtl. damit einhergehendem Bluthochdruck leidet, sollte der Natriumgehalt des Futters mindestens an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden.

Auch bei älteren Hunden ohne gesundheitliche Beschwerden macht es Sinn, die Zufuhr an Natrium maßvoll einzugrenzen. Häufig genügt es dabei schon,

auf die Fütterung von stark gesalzenen Tischabfällen und salzreichen Snacks zu verzichten.

Zink

Als Spurenelement und Bestandteil verschiedener Enzyme ist Zink vor allem wichtig für die reibungslose Funktion des Immunsystems und die Wundheilung. Ältere Hunde sollten mit einer Extraportion Zink versorgt werden, insbesondere um die gute Immunabwehr aufrecht zu erhalten.

 

Aber Vorsicht: viel Zink hilft in diesem Fall nicht auch viel !

 

Im Darm benutzen Zink und Kupfer dieselben "Zell-Taxis", um vom Körper aufgenommen zu werden. Sind zu viele dieser Taxis mit Zink besetzt, kann der Körper nicht mehr genügend Kupfer aufnehmen und es kann zu einem sogenannten "sekundären Kupfermangel" kommen.

vitamine aus dem b-komplex

B-Vitamine gehören zu den wasserlöslichen Vitaminen. Das bedeutet: einen Überschuss an diesen Vitaminen wird der Körper einfach über den Urin wieder los.

Lässt allerdings die Nierenfunktion im Alter nach (und dieser Umstand kann potentiell jedem alternden Hund unterstellt werden), können auch die wasserlöslichen B-Vitamine in zu großer Menge über den Urin verloren gehen - obwohl der Körper sie vielleicht noch gebraucht hätte.

Aus diesem Grund darf der Gehalt an B-Vitaminen im Futter Deines Hundesenioren auch gern doppelt so hoch wie der, eines jungen Hundes sein.

Außerdem hat ein hoher Gehalt an B-Vitaminen im Futter einen Zusatznutzen: er kann Appetit anregen.

antioxidantien

Antioxidantien können das Immunsystem Deines Hundes stärken und können DNA-Schäden in Geweben super reparieren. Aus diesem Grund sollte ein Hundesenior mit seinem Futter auch eine extra Portion dieser "Zellschützer" erhalten.

Die bekanntesten sind wohl Vitamin E und Vitamin C, aber auch verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe werden zu den Antioxidantien gezählt und können ihre positive WIrkung im Körper entfalten.

 

Meine 9 Lieblings-Superfoods, die sich auch für Deinen Hundesenior eignen, findest du hier:

"9 Superfoods von nebenan"

essentielle fettsäuren

Neben der ausreichenden Versorgung mit Makro- (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate) und Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente), sollte auch bei Deinem alternden Hund der Bedarf an essentiellen Fettsäuren ausreichend gedeckt werden.

 

Während Omega-6-Fettsäuren eher proinflammatorisch (also entzündungsfördernd) wirken,  hat man herausgefunden, dass Omega-3-Fettsäuren im Körper eher entzündungshemmend wirken.

 

Die großzügige Gabe von Omega-3-Fettsäuren zahlt sich damit sowohl für ältere, als auch kranke Hunde häufig aus.