B-Vitamine

 

B-Vitamine werden im Körper Deines Hundes für wahnsinnig viele Dinge benötigt:

 

Neben Stoffwechselvorgängen wirken sie an der Versorgung und Pflege der Körperzellen mit, sind wichtig für das Wachstum und haben auch Einfluss auf die Herstellung von Blutzellen.

 

Da sich die 8 B-Vitamine in ihren Funktionen aber auch ihrem Vorkommen in Lebensmitteln sehr ähneln, hat man sie zum B-Komplex zusammengefasst.

 

Sie alle funktionieren als Coenzyme im Körper, sind also eine Art „Transporthelfer“.

 

Der B-Vitamin Komplex besteht aus den 8 Vitaminen:

  • Vitamin B1 (Thiamin)
  • Vitamin B2 (Riboflavin)
  • Niacin (auch Nikotinsäure oder Vitamin B3 genannt)
  • Pantothensäure (Vitamin B5)
  • Vitamin B6 (Pyroxidin)
  • Biotin (Vitamin B7)
  • Folsäure (Vitamin B9)
  • Vitamin B12 (Cobalamin)

Da die Vitamine des B-Komplexes zu den wasserlöslichen Vitaminen gehören, werden sie kaum im Körper Deines Hundes gespeichert und mit dem Urin einfach wieder ausgeschieden.

Daher ist eine regelmäßige Versorgung mit diesen Vitaminen auch so wichtig!

 

Die 8 B-Vitamine

Vitamin B1 - Thiamin

Vitamin B1 wird  auch als "Stimmungsvitamin" bezeichnet.

 

Es kommt vor allem vor in: Bierhefe, Schweinefleisch, grünem (!) Pansen & Blättermagen.

 

Vitamin B1 kann aus Lebensmitteln ausgespült werden - daher solltest Du das Kochwasser möglichst mitverfüttern. Es ist zwar hitzeempfindlich, wird aber erst ab einer Temperatur von 120°C zerstört.

 

Ein Mangel an Vitamin B1 kann vor allem durch die Fütterung von rohem Süßwasserfisch oder Hering entstehen. Diese enthalten das Enzym Thiaminase, das Vitamin B1 zerstören kann. Auch längere Antibiotikagaben können zu einem Mangel an Vitamin B1 führen.

 

Vitamin B2 - Riboflavin

Riboflavin ist das "Wachstumsvitamin".

 

Es kommt vor allem vor in: Bierhefe, Fleisch, Eier, Leber, Lunge, Pansen & Blättermagen und getrockneten Chlorella-Algen.

 

Vitamin B2-Mängel wurden bisher bei Hunden nicht beschrieben. Da dieses B-Vitamin nahezu unlöslich in Wasser ist, kann es nicht mit dem Kochwasser verloren gehen. Zerstört wird es ebenfalls erst ab einer Temperatur von 278°C.

 

Niacin - Vitamin B3

Neben der Aufnahme aus der Nahrung kann Dein Hund dieses Vitamin über seine gesunde Darmflora und aus der Aminosäure Tryptophan selbst herstellen. Ein Mangel ist daher bei gesunden Hunden, die ausgewogen ernährt werden und deren Futter ausreichend Präbiotika enthält, kaum möglich.

 

Dieses Vitamin wird vor allem für den Stoffwechsel von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten benötigt.

 

Es kommt vor allem vor in: Fleisch, Leber und Bierhefe.

 

Zerstört wird dieses Vitamin erst ab einer Temperatur von 273°C. Da es kaum wasserlöslich ist, geht nur sehr wenig davon über in das Kochwasser.

 

Pantothensäure - Vitamin B5

Pantothensäure ist zwar sehr gut wasserlöslich, wird aber erst ab einer Temperatur von ~190°C zerstört. Da es aber in so gut wie allen Lebens- und Futtermitteln vorkommt, musst Du trotzdem mit keinen Mangelerscheinungen bei Deinem Hund rechnen.

 

Vitamin B6 - Pyridoxin

Vitamin B6 ist ein wichtiges Vitamin im Eiweißstoffwechsel, daher ist der Bedarf Deines Hundes daran umso höher, desto mehr Fleisch er gefüttert bekommt.

 

Es kommt vor allem vor in: Bierhefe, Gemüse & Obst und getrockneten Chlorella-Algen.

 

Ein Mangel an diesem Vitamin kann die Entstehung von Harnsteinen begünstigen, weshalb insbesondere im Rahmen der Prophylaxe bei Calcium-Oxalat anfälligen Hunden auf eine ausreichende Vitamin B6-Zufuhr geachtet werden sollte.

 

Insbesondere ältere, kastrierte Rüden und Hunde mit Übergewicht neigen zur Ausbildung dieser Steinart, außerdem Hunde der Rassen Zwergschnauzer, Lhasa Apso, Yorkshire Terrier, Bichon Frisée, Shi Tzu, Cairn Terrier, Spitz, Malteser und Zwergpudel.

 

Das Vitamin B6 ist sehr gut löslich in Wasser, wird aber erst ab einer Temperatur von 159°C zerstört.

 

Biotin - Vitamin B7

Biotin steht vor allem im Zusammenhang mit der Haut- und Haargesundheit. Es ist vor allem wichtig für die körpereigene Herstellung von Keratin - der "Grundbaustoff" für Hautepithelien, Haare und Krallen.

 

Es kommt vor allem vor in: Bierhefe und Leber.

 

Außerdem kann es von einer gesunden Darmflora in großen Mengen selbst gebildet werden.

 

Biotin ist zwar wasserlöslich (insbesondere in heißem Wasser), wird aber erst ab einer Temperatur von 232°C zerstört.

 

Folsäure - Vitamin B9

Insbesondere wenn es um Wachstum und Zellteilung geht, kommt die Folsäure ins Spiel.

 

Sie kommt vor allem vor in: grünen Pflanzen, Leber und Bierhefe, wird aber ebenso von einer gesunden, intakten Darmflora auch selbst hergestellt. Aus diesem Grund ist eine Ergänzung von Folsäure auch nicht zwingend notwendig.

 

Ist die Darmschleimhaut Deines Hundes allerdings beschädigt (z.B. durch Entzüdnungen), kann Folsäure nicht mehr ausreichend produziert und aufgenommen werden und der Folsäurespiegel im Blut sinkt.

 

In solch einem Fall solltest Du deinem Hund unbedingt Folsäure zufüttern und dafür sorgen, dass die Darmschleimhaut schnellst möglich wieder in Ordnung kommt.

 

Folsäure ist eher schlecht wasserlöslich und wird erst ab einer Temperatur von 250°C zerstört.

 

Vitamin B12 - Cobalamin

Vitamin B12 kommt in fast allen Körperzellen vor und ist ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten.

 

So findet man es vor in: Fleisch, Innereien (vor allem Leber und Niere) und Eiern

 

Bei einer intakten Darmflora kann Dein Hund auch dieses Vitamin selbst in erheblichen Mengen herstellen. Damit sein Körper es auch aufnehmen kann, benötigt er außerdem ein spezielles Eiweiß: den "Intrisic factor", der im Magen und der Bauchspeicheldrüse gebildet wird.

 

Leidet Dein Hund nun aber z.B. an einer Verschiebung der Darmflora, Bauchspeicheldrüsenunterfunktion oder einer anderen Erkrankung des Magens oder Dünndarms, kommt es häufig zu einem Vitamin B12-Mangel. In solch einem Fall solltest Du deinem Hund dieses Vitamin gezielt zufüttern.

 

Vitamin B12 ist kaum wasserlöslich und wird erst bei Temperaturen ab 392°C zerstört.

 

Wo sind Vitamin B4, B8, B10 und B11?

 

Als Vitamin B4 bezeichnete man früher die vitaminähnliche Substanz Cholin. Seitdem man aber weiß, dass sie kein „echtes Vitamin“ ist, musste sie den Titel B4 abgeben. Dieser wurde bis heute auch nicht neu vergeben.

 

 

Beim Vitamin B8 handelte es sich um den Alkohol Inosit. Nachdem man herausgefunden hatte, dass der Körper in den Nieren selbst aus Glucose Inosit produzieren kann, hat es allerdings seinen Vitaminstatus verloren.

 

 

Beim Vitamin B10 handelt es sich um Para-Aminobenzoesäure (kurz und besser zu merken als „PABA“), also auch kein echtes Vitamin. Da sie allerdings an der Herstellung von Folsäure im Körper beteiligt ist, darf sie bisher weiter als Vitamin-B10 bezeichnet werden.

 

Vitamin B11 ist eine veraltete Bezeichnung für Folsäure, die heute nicht mehr gebräuchlich ist.

 

Welche Hunde haben einen erhöhten Bedarf an B-Vitaminen?

Wie Du jetzt weißt, sind bei einer abwechslungsreichen, ausgewogenen Ernährung nicht wirklich Mängel an B-Vitaminen zu erwarten.

 

Ergänzt werden sollten sie in jedem Fall aber, wenn Du Deinem Hund sein Futter regelmäßig in Wasser garst und z.B. das Kochwasser nicht mitverfütterst.

 

Auch Hunde in bestimmten Lebenssituationen / -stadien sollten mit einer höheren Menge an B-Vitaminen versorgt werden. Dazu zählen:

  • ältere Hunde
  • tragende und säugende Hündinnen
  • Hunde, die kurz- oder langfristig mit Schonkost oder speziellen Diäten versorgt werden
  • Hunde, die Gewicht im Rahmen einer Reduktionsdiät verlieren müssen
  • Hunde, die mit wenig Fleisch, vegetarisch oder vegan ernährt werden
  • sportlich oder dienstlich geführte Hunde
  • Hunde, die schnell gestresst sind